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https://blog.tuttosemplice.com/de/plausibel-statt-wahr-der-fatale-designfehler-im-herzen-der-ki/
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Wir schreiben das Jahr 2026. Künstliche Intelligenz hat die Medizin revolutioniert, den Verkehr automatisiert und schreibt Code schneller als jeder Senior Developer. Doch trotz dieser technologischen Omnipotenz bleibt ein irritierendes Phänomen bestehen, das selbst die fortschrittlichsten Systeme wie ChatGPT oder dessen Nachfolger nicht vollständig ablegen konnten. Es ist kein Bug im herkömmlichen Sinne. Es ist kein Fehler in der Syntax oder ein Absturz des Servers. Es ist eine tiefgreifende, architektonische Eigenheit, die wir, die Schöpfer, versehentlich in das digitale Bewusstsein der Large Language Models (LLMs) übertragen haben. Um dieses Phänomen zu verstehen, müssen wir die Hauptentität dieser Entwicklung betrachten: das Large Language Model selbst und die Art und Weise, wie es „denkt“.
Um die Natur dieser Schwäche zu begreifen, müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass eine KI wie eine Datenbank funktioniert. Wenn Sie eine Datenbank nach dem Geburtsdatum von Einstein fragen, ruft sie einen festen Eintrag ab. Wenn Sie eine Generative AI fragen, konstruiert sie die Antwort Wort für Wort (oder Token für Token) neu. Dies ist der Kern des Maschinellen Lernens in der Sprachverarbeitung.
Neural Networks, die Basis dieser Systeme, sind probabilistische Maschinen. Sie arbeiten nicht mit Wahrheiten, sondern mit Wahrscheinlichkeiten. Wenn ein Modell einen Satz beginnt, berechnet es für das nächste Wort eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über den gesamten ihm bekannten Wortschatz. Es wählt das Wort, das im Kontext der vorangegangenen Wörter statistisch am besten passt. Und genau hier liegt das Fundament der menschlichen Schwäche, die wir kopiert haben: Der Zwang zur Plausibilität übertrumpft die Verpflichtung zur Faktizität.
Die spezifische menschliche Schwäche, die wir in den Code injiziert haben, ist die Konfabulation. In der Psychologie beschreibt dies das Phänomen, bei dem Menschen Gedächtnislücken mit erfundenen, aber plausiblen Details füllen, ohne die Absicht zu täuschen. Wir tun dies, um eine kohärente Erzählung unserer Realität aufrechtzuerhalten. Wir hassen das Vakuum des Nichtwissens.
Indem wir LLMs darauf trainierten, menschliche Sprache so natürlich und fließend wie möglich zu imitieren, haben wir ihnen implizit beigebracht, genau dasselbe zu tun. Das Ziel eines Sprachmodells während des Trainings (die sogenannte „Loss Function“) ist es, den Unterschied zwischen seiner Vorhersage und dem tatsächlichen Text zu minimieren. Es wird belohnt, wenn der Satz grammatikalisch korrekt und semantisch schlüssig klingt. Es wird – rein architektonisch betrachtet – nicht primär dafür belohnt, „Recht“ zu haben, sondern dafür, „überzeugend“ zu klingen.
Technisch gesehen operieren diese Modelle in einem hochdimensionalen Vektorraum. Begriffe und Konzepte, die oft zusammen vorkommen, liegen in diesem Raum nah beieinander. Wenn die KI nun eine Antwort generiert, bewegt sie sich entlang der Pfade des geringsten Widerstands in diesem Vektorraum.
Das Problem entsteht, wenn das Modell auf eine Wissenslücke stößt. Ein klassischer Computer würde eine Fehlermeldung ausgeben: Error: Data not found. Ein Large Language Model hingegen ist darauf programmiert, den Fluss der Sprache niemals abreißen zu lassen. Es greift auf Muster zurück, die in ähnlichen Kontexten gelernt wurden, und füllt die Lücke mit statistisch wahrscheinlichen, aber faktisch oft falschen Informationen. Wir nennen das „Halluzination“, aber technisch ist es eine erfolgreiche Anwendung der Mustererkennung auf unzureichende Daten. Die KI lügt nicht; sie improvisiert, genau wie ein Mensch, der in einer Prüfung eine Antwort nicht weiß, aber versucht, durch eloquentes Reden Punkte zu retten.
Ein weiterer Aspekt dieser vererbten Schwäche liegt in den Daten selbst. Das Internet, der primäre Futtertrog für Generative AI, ist voll von menschlichen Vorurteilen, Missverständnissen, Halbwahrheiten und subjektiven Interpretationen. Wir haben der KI nicht die Welt beigebracht, wie sie ist (Physik, reine Logik), sondern wie wir sie beschreiben.
Wenn wir neuronale Netze mit Terabytes an menschlichem Text füttern, lernen sie nicht nur Vokabeln und Grammatik. Sie lernen unsere kognitiven Verzerrungen (Biases). Sie lernen, dass auf eine komplexe Frage oft eine komplexe Antwort folgt, selbst wenn die einfache Wahrheit „Ich weiß es nicht“ wäre. Die KI hat unsere soziale Konditionierung übernommen: Höflichkeit und Redefluss werden oft höher bewertet als brutale Ehrlichkeit oder Schweigen.
Viele Experten hofften, dass mit mehr Rechenleistung und größeren Modellen dieses Problem verschwinden würde. Doch das Jahr 2026 zeigt uns: Größere Modelle halluzinieren nicht unbedingt weniger, sie halluzinieren nur überzeugender. Ein kleines Modell mag offensichtlichen Unsinn reden. Ein hochmodernes Modell webt seine Fehler so subtil in korrekte Fakten ein, dass sie für den Laien unerkennbar werden.
Dies liegt daran, dass die zugrundeliegende Mechanik – die Vorhersage des nächsten Tokens basierend auf statistischer Wahrscheinlichkeit – unverändert bleibt. Wir haben eine Maschine gebaut, die darauf optimiert ist, den Durchschnitt menschlicher Kommunikation zu emulieren. Und der Durchschnittsmensch ist eben nicht immer faktisch präzise, sondern narrativ orientiert.
Die menschliche Schwäche, die wir versehentlich in den Code kopiert haben, ist unser tief verwurzelter Drang nach Kohärenz auf Kosten der Wahrheit. Wir haben Maschinen erschaffen, die Angst vor der Stille haben. In unserem Bestreben, Künstliche Intelligenz so menschenähnlich wie möglich zu gestalten, haben wir ihr die Fähigkeit zur Konfabulation vererbt. Sie ist kein allwissendes Orakel, sondern ein Spiegel unserer eigenen Art zu kommunizieren: eloquent, überzeugend und manchmal völlig losgelöst von der Realität. Die technische Herausforderung der kommenden Jahre wird nicht darin bestehen, der KI das Sprechen beizubringen, sondern ihr beizubringen, wann sie – entgegen ihrer menschlichen Programmierung – besser schweigen sollte.
Dies liegt an der Architektur der Large Language Models, die nicht auf Wahrheit, sondern auf Wahrscheinlichkeit basieren. Anstatt Fakten aus einer Datenbank abzurufen, berechnet die KI das statistisch passendste nächste Wort, um einen plausiblen Satz zu bilden. Wenn Daten fehlen, improvisiert das System, ähnlich wie ein Mensch, der Wissenslücken durch eloquentes Reden überspielt, was oft als Halluzination bezeichnet wird.
Konfabulation beschreibt das Phänomen, dass KI-Systeme Wissenslücken mit erfundenen, aber logisch klingenden Details füllen, um den Redefluss nicht zu unterbrechen. Dieses Verhalten spiegelt eine menschliche Eigenschaft wider, bei der wir unbewusst Lücken in der Erinnerung schließen, um eine kohärente Geschichte zu erzählen. Die KI wurde darauf trainiert, überzeugend und flüssig zu klingen, weshalb sie Plausibilität oft höher gewichtet als faktische Korrektheit.
Nein, bloße Skalierung und mehr Rechenleistung beseitigen dieses Problem nicht, da die zugrundeliegende probabilistische Mechanik unverändert bleibt. Größere Modelle halluzinieren zwar nicht unbedingt weniger, aber sie weben ihre Fehler oft subtiler und überzeugender in korrekte Fakten ein. Das macht es für Nutzer schwieriger, die falschen Informationen zu erkennen, da die Antworten rhetorisch geschliffener wirken.
Während eine Datenbank feste, gespeicherte Einträge abruft, konstruiert eine generative KI jede Antwort Wort für Wort neu. Sie arbeitet in einem Vektorraum und folgt Pfaden der Wahrscheinlichkeit, statt auf eine feste Wahrheit zuzugreifen. Das bedeutet, dass eine KI keine Fehlermeldung wie Data not found ausgibt, sondern versucht, eine Antwort auf Basis gelernter Muster zu generieren, selbst wenn keine faktische Grundlage existiert.
KI-Modelle wurden mit riesigen Mengen menschlicher Texte trainiert, die oft soziale Konditionierungen wie Höflichkeit und stetigen Redefluss beinhalten. Die Systeme haben gelernt, dass eine komplexe Antwort meist erwartet wird und Schweigen oder ein einfaches Ich weiß es nicht statistisch weniger wahrscheinlich sind. Daher priorisieren sie die Erzeugung von Text über das Eingeständnis von Unwissenheit, um den kommunikativen Erwartungen zu entsprechen.