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Tutor-Lehrkraft: Die Revolution gegen den Schulabbruch

Autore: Francesco Zinghinì | Data: 29 Novembre 2025

Schulabbrüche in Italien sind eine offene Wunde im sozialen und bildungspolitischen Gefüge. Obwohl aktuelle Daten eine leichte Verbesserung zeigen und die Abbrecherquote im Jahr 2024 bei 9,8 % liegt, bleibt das Problem dringend und komplex. Jedes Jahr verlassen etwa 100.000 Schülerinnen und Schüler die Schule vor dem Abschluss – eine Zahl, die den Bedarf an gezielten und innovativen Maßnahmen verdeutlicht. In diesem Szenario tritt eine neue strategische Figur in den Vordergrund: die Tutor-Lehrkraft (Docente Tutor). Eingeführt im Rahmen der Reformen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR), hat diese Fachkraft die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zu begleiten, ihren Bildungsweg zu personalisieren und zu einer wesentlichen Anlaufstelle zu werden, um Schulabbrüche zu verhindern.

Die Bekämpfung von Schulabbrüchen bedeutet nicht nur, auf Zahlen zu schauen, sondern auch die Geschichten von Verletzlichkeit, Demotivation und Schwierigkeiten zu verstehen, die sich hinter jedem Einzelfall verbergen. Die Ursachen sind vielfältig und oft miteinander verknüpft: von sozioökonomischen Faktoren bis hin zu einem nicht immer inklusiven didaktischen Ansatz. Die Tutor-Lehrkraft fügt sich in diesen Kontext als Akteur des Wandels ein, als Brücke zwischen Schülern, Familien und der Schule, mit dem Ziel, die Schule in einen Ort des Wachstums und der Chancen für alle zu verwandeln, ohne Ausnahme. Diese Rolle stellt eine Synthese aus Tradition und Innovation dar, indem sie die für die mediterrane Kultur typische menschliche Beziehung aufwertet und sie mit modernen Instrumenten der Orientierung und Personalisierung verbindet.

Das Gesicht des Schulabbruchs in Italien und Europa

Um die Dringlichkeit des Phänomens zu verstehen, ist eine Analyse der Daten unerlässlich. Im Jahr 2024 verzeichnete Italien eine Schulabbrecherquote von 9,8 % bei den 18- bis 24-Jährigen und nähert sich damit dem europäischen Ziel von 9 % für 2030 an. Diese nationale Zahl verbirgt jedoch tiefgreifende regionale Unterschiede. Süditalien (der Mezzogiorno) ist nach wie vor die am stärksten betroffene Region mit einem Durchschnitt von 12,4 %. Regionen wie Sizilien (15,2 %) und Sardinien (14,5 %) weisen die kritischsten Situationen auf und liegen weit über dem nationalen Durchschnitt. Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist der Geschlechterunterschied: Jungen brechen die Schule fast doppelt so häufig ab wie Mädchen (12,2 % gegenüber 7,1 %), eine Tatsache, die komplexe kulturelle und soziale Dynamiken widerspiegelt.

Im Vergleich zum restlichen Europa zeigt Italien ein Bild mit Licht und Schatten. Obwohl eine Verbesserung zu verzeichnen ist, hinkt unser Land vielen europäischen Partnern immer noch hinterher und gehört zu den Ländern mit den höchsten Abbrecherquoten. Länder wie Rumänien, Spanien und Deutschland verzeichnen höhere oder ähnliche Quoten, was zeigt, dass Schulabbrüche eine gemeinsame Herausforderung auf kontinentaler Ebene sind. Dieser europäische Kontext unterstreicht die Bedeutung von Investitionen in wirksame Bildungspolitiken, wie sie im PNRR vorgesehen sind, die darauf abzielen, das Schulsystem zu stärken und konkrete Instrumente zur Bekämpfung von Bildungsversagen bereitzustellen.

Die Wurzeln des Problems: vom traditionellen Unterricht zum stillen Schulabbruch

Schulabbruch ist nicht nur der physische Akt, die Schule zu verlassen. Es gibt ein subtileres und ebenso schädliches Phänomen: den stillen Schulabbruch (dispersione implicita). Dabei handelt es sich um Schüler, die zwar am Unterricht teilnehmen, aber nicht die notwendigen Grundkompetenzen erwerben. Laut OECD-PISA-Daten weisen etwa 23 % der fünfzehnjährigen Schüler in Italien erhebliche Defizite im Lesen und in Mathematik auf – ein Zeichen der Anfälligkeit, das oft dem eigentlichen Schulabbruch vorausgeht. Dieses Problem ist eng mit einem didaktischen Modell verbunden, das in vielen Schulen noch immer am Frontalunterricht und am Auswendiglernen festhält und sich nur schwer an die individuellen Bedürfnisse der Schüler anpassen kann.

Branchenexperten wie Professorin Maria Cinque betonen die Notwendigkeit, in aktivere und praxisorientierte Lehrmethoden zu investieren, die das Lernen zu einer praktischen und fesselnden Erfahrung machen. Die Starrheit eines Systems, das Schwierigkeiten hat, Tradition und Innovation in Einklang zu bringen, kann bei den schwächsten Schülern zu Demotivation und einem Gefühl der Unzulänglichkeit führen. Die Herausforderung besteht also nicht nur darin, die Schüler im Klassenzimmer zu halten, sondern ihnen eine qualitativ hochwertige Bildung zu bieten, die die Talente jedes Einzelnen fördert und ihnen die Werkzeuge für die Zukunft an die Hand gibt. Dabei wird die Rolle der Tutor-Lehrkraft als Wegweiser zur Rettung der Zukunft eines Schülers entscheidend.

Die Tutor-Lehrkraft: eine Schlüsselfigur des PNRR

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat das Ministerium für Bildung und Verdienste (Ministero dell’Istruzione e del Merito) durch die Leitlinien zur Orientierung (DM 328/2022) die Rollen der Tutor-Lehrkraft und der Orientierungslehrkraft (Docente Orientatore) eingeführt. Diese Reform, die allein für 2023 mit 150 Millionen Euro aus dem PNRR finanziert wird, zielt darauf ab, ein personalisiertes Unterstützungssystem für Schüler zu schaffen, insbesondere für diejenigen der Sekundarstufe II. Die Tutor-Lehrkraft ist kein einfacher Lehrer, sondern eine ausgebildete Fachkraft, die kleine Schülergruppen auf ihrem Weg begleitet, ihnen hilft, ihr Potenzial zu erkennen und Schwierigkeiten zu überwinden.

Die Aufgaben des Tutors sind vielfältig und strategisch. Erstens muss er die Personalisierung des Lernens fördern, indem er ständig mit den Schülern im Dialog steht, um ein Profil ihrer Fähigkeiten und Neigungen zu erstellen. Dieser Prozess ist entscheidend, um Talente zu fördern und bei Demotivation oder Schwierigkeiten rechtzeitig einzugreifen. Darüber hinaus fungiert der Tutor als Bindeglied zu den Familien und arbeitet eng mit der Orientierungslehrkraft zusammen, um eine Brücke zwischen den Bestrebungen des Schülers, dem Bildungsangebot und den Anforderungen des Arbeitsmarktes zu schlagen. Es handelt sich um einen integrierten Ansatz, der darauf abzielt, den Schüler zum bewussten Gestalter seiner eigenen Entscheidungen zu machen.

Die Werkzeuge des Tutors: E-Portfolio und das „Meisterstück“ des Schülers

Um ihre Intervention konkret und wirksam zu gestalten, nutzt die Tutor-Lehrkraft innovative Werkzeuge. Eines der wichtigsten ist das E-Portfolio, ein digitales Dokument, das den Schüler während seiner gesamten Schullaufbahn begleitet. Dieses Instrument ist kein einfacher Lebenslauf, sondern ein echtes Logbuch, in dem die Lernerfahrungen, die erworbenen Kompetenzen und die persönlichen Reflexionen des Schülers dokumentiert werden. Das E-Portfolio ermöglicht es, eine personalisierte Entwicklung nachzuverfolgen, einschließlich Aktivitäten wie den Wegen für überfachliche Kompetenzen und Orientierung (PCTO) und anderen wichtigen Projekten.

Innerhalb des E-Portfolios ist das „Meisterstück“ (capolavoro) ein Element von großem symbolischem und bildendem Wert. Jedes Jahr wird der Schüler aufgefordert, ein Produkt oder ein Projekt auszuwählen, das er für besonders repräsentativ für seinen Weg und die erworbenen Kompetenzen hält. Diese vom Tutor begleitete Wahl regt zur Selbstbewertung und zum kritischen Bewusstsein an. Das „Meisterstück“ wird zu einer Metapher für das Potenzial des Schülers, ein Werk, das sein Wachstum und seine Talente bezeugt. Durch diese Instrumente überwacht der Tutor nicht nur, sondern fördert aktiv einen Prozess der persönlichen Entdeckung und Wertschätzung, der für den Aufbau von Selbstvertrauen und die Prävention von Schulabbrüchen unerlässlich ist.

Tradition und Innovation: der mediterrane Weg zur Didaktik

Die Einführung der Tutor-Lehrkraft ist Teil einer breiteren Debatte über das Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation im italienischen Schulsystem. Die mediterrane Kultur, aus der unsere Schule stammt, hat schon immer die menschliche Beziehung und den bildenden Dialog in den Mittelpunkt gestellt – Konzepte, die an die antike Figur des griechischen „Didaskalos“, eines ganzheitlichen Ausbilders, erinnern. Diese auf Nähe und persönlicher Begleitung basierende Tradition findet heute in der Figur des Tutors einen neuen Ausdruck. Er belebt die Beziehungsdimension des Lehrens wieder, die in Kontexten mit großen Klassen und starren Lehrplänen oft geopfert wird.

Gleichzeitig stellt die Tutor-Lehrkraft auch einen starken Impuls für Innovation dar. Der Einsatz digitaler Werkzeuge wie des E-Portfolios und die Anwendung personalisierter Lehrmethoden markieren einen Fortschritt gegenüber dem traditionellen Ansatz. Es handelt sich um eine „additive Pädagogik“, die die Vergangenheit nicht verleugnet, sondern sie mit neuen Strategien integriert, um den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. In diesem Sinne kann die italienische Schule ihre „mediterrane“ Identität aufwerten, die nicht nur kognitive, sondern auch persönliche und soziale Kompetenzen wie Geselligkeit und Beziehungsfähigkeit fördert. Der Tutor wird zum Interpreten dieses Modells, fähig, die Weisheit der Tradition mit der Wirksamkeit der Innovation zu verbinden und so eine inklusivere und motivierendere Lernumgebung für alle Schüler zu schaffen. Eine effektive Klassenführung ist in diesem neuen Kontext unerlässlich, wie im Leitfaden zur effektiven Führung der Klassengruppe durch die Tutor-Lehrkraft erläutert wird.

Fazit

Die Figur der Tutor-Lehrkraft erweist sich als eine der vielversprechendsten und strukturiertesten Antworten auf die Plage des Schulabbruchs in Italien. In einem Kontext, der zwar Anzeichen einer Verbesserung zeigt, aber vor allem in einigen Regionen des Landes kritisch bleibt, stellt diese neue berufliche Rolle eine Wette auf die Zukunft unserer Schüler dar. Der Ansatz ist nicht nur korrigierend, sondern zutiefst präventiv: Indem er auf die Personalisierung der Bildungswege, die Förderung von Talenten und den ständigen Dialog mit Schülern und Familien einwirkt, setzt der Tutor an den Wurzeln des Unbehagens an, das zum Schulabbruch führt.

Die Integration dieser Figur in das Schulsystem, unterstützt durch die Mittel des PNRR, markiert einen Paradigmenwechsel. Man geht von einem einheitlichen zu einem flexiblen Modell über, das die Einzigartigkeit jedes Schülers anerkennt. Das Gleichgewicht zwischen der Beziehungstradition der mediterranen Kultur und der Innovation digitaler Werkzeuge bietet einen Weg, die Schule zu einem gerechteren, inklusiveren und anregenderen Ort zu machen. Der Kampf gegen den Schulabbruch ist ein Marathon, kein Sprint, aber die Einführung der Tutor-Lehrkraft hat einen klaren und konkreten Weg vorgezeichnet. Die Wirksamkeit dieser sanften Revolution wird von der Ausbildung, der Unterstützung und der Zusammenarbeit des gesamten Schulsystems abhängen, mit dem gemeinsamen Ziel, niemanden zurückzulassen.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist die Tutor-Lehrkraft und was ist ihre Hauptaufgabe?

Die Tutor-Lehrkraft ist eine neue berufliche Figur, die in den italienischen Sekundarschulen im Rahmen der Orientierungsreform des PNRR eingeführt wurde. Ihre Hauptaufgabe ist es, kleine Schülergruppen personalisiert zu unterstützen, um Schulabbrüche zu verhindern und den Bildungserfolg zu fördern. Diese Fachkraft hilft jedem Schüler, sein Potenzial zu erkennen, ein persönliches und berufliches Lebensprojekt zu entwickeln und Lern- oder Motivationsschwierigkeiten durch ständigen Dialog zu überwinden. Sie fungiert als Anlaufstelle für den Schüler und als Bindeglied zwischen Schule, Familie und der Orientierungslehrkraft.

Welche Werkzeuge nutzt die Tutor-Lehrkraft, um Schülern zu helfen?

Die Tutor-Lehrkraft nutzt hauptsächlich zwei innovative Werkzeuge: das E-Portfolio und das „Meisterstück“ des Schülers. Das E-Portfolio ist ein digitales Instrument, in dem der Schüler unter Anleitung des Tutors seinen Bildungsweg, die erworbenen Kompetenzen (auch bei außerschulischen Aktivitäten wie den PCTO) und seine eigenen Reflexionen dokumentiert. Das „Meisterstück“ ist ein Projekt oder Produkt, das der Schüler jedes Jahr als repräsentativ für seine Fähigkeiten und Interessen auswählt – eine Übung, die zur Selbstbewertung und zum Bewusstsein anregt. Diese Werkzeuge dienen dazu, einen personalisierten Wachstumspfad aufzuzeichnen und den Schüler zum Protagonisten seines eigenen Lernens zu machen.

Wie unterscheidet sich die Tutor-Lehrkraft von einem normalen Lehrer?

Im Gegensatz zu einem Fachlehrer, dessen Hauptaufgabe die Vermittlung von Fachwissen ist, hat die Tutor-Lehrkraft vor allem eine Funktion der Anleitung und personalisierten Unterstützung. Während der Lehrer mit der ganzen Klasse arbeitet, widmet sich der Tutor einer kleinen Gruppe von Schülern (in der Regel zwischen 30 und 50), was eine direktere und individuellere Beziehung ermöglicht. Sein Fokus liegt weniger auf der Leistung in einem einzelnen Fach als vielmehr auf der ganzheitlichen Entwicklung des Schülers, seiner Motivation und seinen zukünftigen Entscheidungen. Er arbeitet mit dem Klassenrat zusammen, hat aber eine spezifische Rolle, die auf die Bekämpfung von Schulabbrüchen und die Förderung individueller Talente ausgerichtet ist.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Tutor-Lehrkraft und dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR)?

Die Einrichtung der Tutor-Lehrkraft ist eine der Schlüsselreformen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) für den Bildungssektor. Der PNRR hat erhebliche Mittel bereitgestellt, wie die 150 Millionen Euro für 2023, um die Ausbildung und Tätigkeit von rund 40.000 Tutor- und Orientierungslehrkräften zu finanzieren. Ziel des PNRR ist es, territoriale, soziale und geschlechtsspezifische Unterschiede im italienischen Bildungssystem zu verringern und die Schulabbrecherquote zu senken, um sie an europäische Standards anzugleichen. Die Tutor-Lehrkraft ist somit ein strategisches Instrument, um diese Ziele zu erreichen, das Schulsystem zu modernisieren und es inklusiver zu gestalten.

Wie wird man Tutor-Lehrkraft?

Um Tutor-Lehrkraft zu werden, muss eine verbeamtete Lehrkraft mit mindestens fünf Dienstjahren ihre Bereitschaft bekunden. Die Auswahl erfolgt innerhalb der einzelnen Schulen nach Kriterien, die vom Lehrerkollegium festgelegt werden und in der Regel frühere Erfahrungen in Bereichen wie Orientierung, Bekämpfung von Schulabbrüchen oder Management von PCTO-Projekten bevorzugen. Die ausgewählten Lehrkräfte müssen dann einen spezifischen 20-stündigen Fortbildungskurs absolvieren, der von INDIRE über die Plattform „Scuola Futura“ angeboten wird, um die notwendigen Kompetenzen für die bestmögliche Ausübung dieser neuen und anspruchsvollen Aufgabe zu erwerben.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist die Tutor-Lehrkraft und was genau macht sie?

Die Tutor-Lehrkraft ist ein Lehrer mit spezifischer Ausbildung, der die Aufgabe hat, Schüler auf ihrem persönlichen und bildungstechnischen Wachstumspfad zu unterstützen. Ihr Hauptziel ist es, jedem Schüler zu helfen, sich seiner Potenziale bewusst zu werden, Talente zu fördern und Schwierigkeiten zu überwinden. Konkret hilft sie den Schülern, ein persönliches E-Portfolio zu erstellen, unterstützt sie bei der Wahl ihres Bildungsweges und fungiert als Ansprechpartner und Vermittler zwischen Lehrern und Familien, um Schulabbrüche zu bekämpfen.

Wie hilft sie einem Schüler konkret, die Schule nicht abzubrechen?

Die Tutor-Lehrkraft greift direkt ein, um Schulabbrüche durch die Personalisierung des Lernens zu verhindern. Durch die Analyse der Fähigkeiten und Schwierigkeiten jedes Schülers kann sie maßgeschneiderte didaktische Strategien vorschlagen. Sie bietet emotionale Unterstützung und fungiert als Leitfaden, der den Jugendlichen hilft, mit Stress und Schwierigkeiten umzugehen, die die Leistung beeinträchtigen könnten. In Zusammenarbeit mit der Orientierungslehrkraft und der Familie gestaltet sie einen Weg, der die Fähigkeiten des Schülers fördert und die Schulerfahrung positiver und motivierender macht – ein Schlüsselfaktor zur Verringerung des Abbruchrisikos.

Was ist der Unterschied zwischen der Tutor-Lehrkraft und der Orientierungslehrkraft?

Obwohl beide Figuren für den Erfolg des Schülers zusammenarbeiten, haben sie unterschiedliche Rollen. Die *Tutor-Lehrkraft* konzentriert sich auf die Personalisierung des Lernens und die persönliche Entwicklung des Schülers und hilft ihm, seine Talente zu entdecken und Schwierigkeiten zu überwinden. Die *Orientierungslehrkraft*, hat hingegen eine spezifischere Aufgabe: Sie sammelt und analysiert Daten über die Arbeitswelt und die verfügbaren Bildungswege in der Region. Praktisch hilft der Tutor dem Schüler zu verstehen, ‘wer er ist’ und ‘was er kann’, während die Orientierungslehrkraft ihm zeigt, ‘wohin er mit diesen Fähigkeiten gehen kann’, und so bewusste Zukunftsentscheidungen erleichtert.

Ist die Tutor-Lehrkraft eine neue Figur in der italienischen Schule?

Ja, die Tutor-Lehrkraft ist zusammen mit der Orientierungslehrkraft eine berufliche Figur, die offiziell ab dem Schuljahr 2023/2024 in den italienischen Sekundarschulen eingeführt wurde. Ihre Einrichtung erfolgte durch das Ministerialdekret Nr. 328 vom 22. Dezember 2022 und ist Teil einer umfassenderen Reform im Zusammenhang mit den Mitteln des PNRR (Nationaler Aufbau- und Resilienzplan) für die Orientierung. Ziel dieser Innovation ist es, das Schulsystem bei der Bekämpfung von Schulabbrüchen zu stärken und den Schülern eine strukturiertere und personalisiertere Unterstützung zu bieten.

Wie viel verdient eine Tutor-Lehrkraft?

Die Vergütung für eine Tutor-Lehrkraft ist nicht festgelegt, sondern variiert je nach den jährlich bereitgestellten Mitteln. Für das Schuljahr 2024/2025 liegt die Vergütung für die Tutorenfunktion zwischen einem Mindestwert von 1.589,68 Euro und einem Höchstwert von 2.725,16 Euro brutto für den Staat. Zu diesem Betrag kann ein variabler Teil hinzukommen, der an die Durchführung zusätzlicher Tutorstunden gebunden ist, die aus spezifischen Mitteln wie den POC-Projekten (Ergänzendes Operationelles Programm) finanziert werden. Dieses Vergütungssystem ist an die ausgeübte Funktion gebunden und nicht nur an die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden.