Kurz gesagt (TL;DR)
Carding und BIN-Attacken sind Techniken, mit denen Cyberkriminelle Tausende von Zahlenkombinationen generieren und testen, um gültige Kreditkartennummern für betrügerische Aktivitäten zu finden.
Diese Techniken ermöglichen es Kriminellen, systematisch Tausende von Kreditkartennummern zu generieren und zu testen, bis sie gültige und für illegale Zwecke verwendbare Nummern finden.
Erfahren Sie, wie Banken und Finanzinstitute diesen Bedrohungen entgegenwirken, um die Konten ihrer Kunden zu schützen.
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Im digitalen Zeitalter, in dem Online-Transaktionen zu unserem Alltag gehören, hat die Sicherheit von Zahlungskartendaten oberste Priorität. Dennoch verfeinern Cyberkriminelle ständig ihre Techniken, um die Abwehrmechanismen zu umgehen. Zu den heimtückischsten und am weitesten verbreiteten Bedrohungen gehören Carding und BIN-Attacken, zwei betrügerische Methoden, mit denen Kreditkartennummern generiert und validiert werden, um sie dann für illegale Aktivitäten zu verwenden. Zu verstehen, wie diese Angriffe funktionieren, ist der erste Schritt, um sich wirksam zu schützen und sich bewusster in der Welt des Online-Shoppings zu bewegen.
Diese Praktiken verursachen nicht nur direkte finanzielle Verluste für die Karteninhaber, sondern untergraben auch das Vertrauen in elektronische Zahlungssysteme und können den Ruf der beteiligten Unternehmen schädigen. Das Phänomen nimmt zu: Jüngsten Daten zufolge ist der Wert nicht anerkannter Transaktionen in Italien im Jahr 2023 deutlich gestiegen, von 0,0069 % im Jahr 2022 auf 0,0124 %. Dieser Artikel untersucht detailliert die Mechanismen hinter Carding und BIN-Attacken, analysiert den italienischen und europäischen Kontext und bietet nützliche Werkzeuge, um diese Betrugsmaschen zu erkennen und zu verhindern.

Was ist Carding und wie funktioniert es?
Carding ist eine kriminelle Aktivität, bei der illegal die Daten gestohlener Kredit- oder Debitkarten verwendet werden, um unbefugte Käufe zu tätigen. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „card“ (Karte) ab und bezog sich ursprünglich auf die Überprüfung der Gültigkeit einer gestohlenen Karte durch kleine Testtransaktionen. Heute hat sich das Konzept erweitert und umfasst den gesamten Prozess, von der Erfassung der Daten bis zu ihrer wirtschaftlichen Ausnutzung. Die Kriminellen, bekannt als Carder, beschaffen die Informationen durch verschiedene Methoden, darunter Phishing, Datenbankverletzungen von E-Commerce-Websites oder den Kauf von Datenlisten im Dark Web.
Sobald die Carder im Besitz der Kartennummern, des Ablaufdatums und des CVV-Codes sind, gehen sie zur „Testphase“ über. Sie verwenden automatisierte Bots, um kleine Einkäufe auf Websites mit geringen Sicherheitskontrollen zu tätigen. Wenn die Transaktion erfolgreich ist, wird die Karte als „live“ bestätigt und ist bereit für größere Einkäufe, oft von Luxusgütern oder leicht wiederverkäuflichen Geschenkkarten, oder ihre Daten werden auf illegalen Märkten im Dark Web verkauft.
Die Phasen eines Carding-Angriffs
Ein typischer Carding-Angriff gliedert sich in klar definierte Schritte, die oft automatisiert sind, um die Effizienz zu maximieren. Der erste Schritt ist die Datenerfassung. Kriminelle nutzen Sicherheitslücken, Phishing-E-Mails oder Malware, um Karteninformationen zu stehlen. Anschließend werden diese Daten in riesigen Archiven gesammelt und oft massenhaft im Dark Web verkauft, wobei der Preis je nach „Frische“ und Vollständigkeit der Informationen variieren kann. Ein „komplettes Kit“ kann nicht nur die Kartendaten, sondern auch persönliche Informationen des Inhabers wie Adresse und Steuernummer enthalten, was den Diebstahl noch gefährlicher macht.
Die zweite Phase ist die Überprüfung, auch als Card Testing bekannt. Um nicht blockiert zu werden, verwenden Kriminelle Bots, die Tausende von Mikrotransaktionen auf verschiedenen E-Commerce-Websites versuchen. Diese Abbuchungen, oft nur wenige Cent, dienen dazu zu bestätigen, dass die Karte aktiv ist und noch nicht vom Besitzer gesperrt wurde. Sobald diese Phase bestanden ist, ist die Karte bereit für den letzten Schritt: die Monetarisierung. Die validierten Daten werden verwendet, um leicht wiederverkäufliche Waren zu kaufen oder direkt an andere Kriminelle verkauft, was ein riesiges illegales Ökosystem speist.
BIN-Attacken einfach erklärt

Eine BIN-Attacke ist eine spezifischere und technischere Form des Betrugs, die eng mit dem Carding verbunden ist. Der Name leitet sich von der Bank Identification Number (BIN) ab, also den ersten 4-8 Ziffern einer Zahlungskartennummer, die das ausstellende Bankinstitut, den Kartentyp (Kredit, Debit, Prepaid) und manchmal auch deren Stufe (z. B. Gold, Platinum) identifizieren. Bei einer BIN-Attacke gehen Kriminelle nicht von bereits gestohlenen Kartendaten aus, sondern generieren diese von Grund auf mittels Brute-Force.
Indem sie eine bekannte BIN nutzen, verwenden die Betrüger spezielle Software, um systematisch alle möglichen Kombinationen der verbleibenden Kartennummern, Ablaufdaten und CVV-Codes zu generieren. Diese Programme können Tausende von Kombinationen pro Sekunde testen. Das Ziel ist, eine gültige Kombination zu „erraten“. Sobald eine funktionierende Übereinstimmung gefunden wird, gehen die Kriminellen zur Phase des Card Testing über, genau wie beim traditionellen Carding, um die Funktionsfähigkeit der Karte zu bestätigen, bevor sie sie ausnutzen.
Die Logik hinter der Nummerngenerierung
Die Generierung von Kreditkartennummern ist nicht völlig zufällig. Sie basiert auf einer präzisen Struktur und einem Prüfalgorithmus namens Luhn-Algorithmus (oder Modulo 10). Dieser 1954 entwickelte Algorithmus dient dazu, die formale Korrektheit einer Ziffernfolge zu validieren und wird für die meisten Kreditkarten verwendet. Die letzte Ziffer der Kartennummer, die sogenannte „Prüfziffer“, wird auf Basis der anderen Ziffern nach einer spezifischen mathematischen Formel berechnet.
Kriminelle nutzen diese Logik zu ihrem Vorteil. Ausgehend von einer gültigen BIN generiert ihre Software die fehlenden Ziffern und berechnet die letzte Prüfziffer mithilfe des Luhn-Algorithmus. Auf diese Weise erzeugen sie eine große Menge an Nummern, die, obwohl nicht unbedingt mit einem echten Konto verknüpft, formal gültig sind und eine erste oberflächliche Prüfung durch ein Zahlungssystem bestehen können. Diese Technik, kombiniert mit der automatischen Generierung von Ablaufdaten und CVVs, erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine aktive und anfällige Karte zu finden, drastisch.
Der italienische und europäische Kontext: Tradition und Innovation in der Abwehr
Der europäische und insbesondere der italienische Markt weisen einzigartige Merkmale auf, die die Verbreitung und Bekämpfung von Online-Betrug beeinflussen. Einerseits gibt es eine starke Tradition in Bezug auf Sicherheit und Schutz von Ersparnissen, was sich in einer gewissen Vorsicht der Verbraucher niederschlägt. Andererseits schreitet die Innovation im digitalen Zahlungsverkehr, angetrieben durch neue Konsumgewohnheiten, schnell voran. In diesem Szenario passen Kriminelle ihre Strategien an, indem sie sowohl technologische Schwachstellen als auch die geringere Vertrautheit einiger Nutzer mit digitalen Werkzeugen ausnutzen. Laut einem aktuellen Bericht der Banca d’Italia ist die Betrugsrate bei Zahlungskarten in unserem Land niedriger als der europäische Durchschnitt, aber das Phänomen nimmt zu.
Die Finanzinstitute und Strafverfolgungsbehörden in Europa arbeiten aktiv zusammen, um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken. Koordinierte Aktionen wie die von Italien in Zusammenarbeit mit Europol geleitete „Carding Action“ haben es ermöglicht, Hunderttausende von Kreditkartencodes zu analysieren und Zehntausende zu sperren, bevor sie betrügerisch verwendet werden konnten. Diese Synergie zwischen traditioneller Ermittlungsarbeit und technologischer Innovation ist von entscheidender Bedeutung. Die Banken investieren in fortschrittliche Systeme zur Transaktionsüberwachung, die Anomalien wie eine hohe Frequenz kleiner Transaktionen von derselben IP-Adresse erkennen können – ein typisches Anzeichen für einen Carding-Angriff.
Wie man sich vor Carding und BIN-Attacken schützt
Der wirksamste Schutz gegen diesen Betrug basiert auf einer Kombination aus persönlichen bewährten Verfahren und den von den Banken angebotenen Sicherheitsinstrumenten. Bewusstsein ist der erste Schutzschild. Es ist entscheidend, Phishing-Versuche erkennen zu lernen, nicht auf verdächtige Links zu klicken und niemals die eigenen Kartendaten per E-Mail oder Nachrichten weiterzugeben. Für Online-Einkäufe ist es immer besser, vertrauenswürdige E-Commerce-Websites zu bevorzugen, die fortschrittliche Sicherheitsprotokolle verwenden. Ein guter Tipp ist die Verwendung von virtuellen Einwegkarten oder Prepaid-Karten mit begrenztem Guthaben, um mögliche Schäden einzugrenzen.
Aus technologischer Sicht ist es unerlässlich, alle von der eigenen Bank angebotenen Sicherheitssysteme zu aktivieren. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), zum Beispiel über eine App oder einen Code per SMS, fügt eine entscheidende Schutzebene hinzu und macht es für einen Kriminellen wesentlich schwieriger, eine Transaktion zu autorisieren, selbst wenn er im Besitz der Kartendaten ist. Ebenso wichtig ist es, die Benachrichtigungsdienste per SMS oder App für jede Transaktion zu aktivieren, um die Bewegungen in Echtzeit überwachen und die Karte bei verdächtigen Abbuchungen sofort sperren zu können. Die regelmäßige Überprüfung des Kontoauszugs ist eine weitere unerlässliche Gewohnheit, um Anomalien rechtzeitig zu erkennen.
Was tun bei Betrug?
Wenn Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unbefugte Abbuchungen auf Ihrem Konto entdecken, ist es entscheidend, schnell zu handeln. Das Erste, was Sie tun sollten, ist, sofort Ihre Bank oder den Kartenherausgeber zu kontaktieren, um eine sofortige Sperrung zu beantragen. Dies verhindert, dass die Kriminellen weitere Transaktionen durchführen. Die meisten Finanzinstitute bieten für solche Notfälle eine spezielle, rund um die Uhr erreichbare Hotline an. Ruhe zu bewahren und alle angeforderten Informationen klar zu übermitteln, ist wesentlich, um das Verfahren zu beschleunigen.
Anschließend müssen Sie bei den zuständigen Behörden, wie der Kriminalpolizei, Anzeige erstatten. Die Anzeige ist ein grundlegendes Dokument, um das Verfahren zur Anfechtung der betrügerischen Transaktionen einzuleiten und eine Rückerstattung zu beantragen. Sie müssen dann eine schriftliche Mitteilung an Ihre Bank senden, um die Abbuchungen formell anzufechten, und eine Kopie der Anzeige beifügen. Dank des gesetzlich vorgesehenen Schutzes ist es in den meisten Fällen von Betrug ohne grobe Fahrlässigkeit des Inhabers möglich, eine vollständige Rückerstattung der entwendeten Beträge zu erhalten.
Fazit

Carding und BIN-Attacken stellen eine konkrete und sich ständig weiterentwickelnde Bedrohung in der digitalen Sicherheitslandschaft dar. Cyberkriminelle nutzen ausgeklügelte Technologien und die Psychologie der Nutzer, um ihre Ziele zu erreichen, indem sie gültige Kreditkartennummern generieren und diese für groß angelegte illegale Aktivitäten verwenden. Das Wissen um diese Techniken und die Anwendung einfacher, aber wirksamer Sicherheitsmaßnahmen können jedoch einen großen Unterschied machen. Der Schutz der eigenen Finanzdaten ist eine geteilte Verantwortung: Einerseits müssen Banken und Institutionen in immer fortschrittlichere Abwehrtechnologien investieren; andererseits hat jeder Nutzer die Pflicht, ein informierter und umsichtiger digitaler Verbraucher zu sein.
Die Überwachung der eigenen Konten, die Nutzung von Werkzeugen wie der Zwei-Faktor-Authentifizierung und virtuellen Karten sowie schnelles Handeln bei Verdacht sind die stärksten Waffen, die uns zur Verfügung stehen. Die Sicherheitskultur, die in Italien in einer traditionellen Aufmerksamkeit für das Sparen wurzelt, muss sich heute weiterentwickeln, um die Herausforderungen der digitalen Innovation anzunehmen. Nur durch einen proaktiven und bewussten Ansatz wird es möglich sein, weiterhin von der Bequemlichkeit des Online-Zahlungsverkehrs zu profitieren, die Risiken zu minimieren und unser Vermögen in einer immer stärker vernetzten Welt zu schützen.
Häufig gestellte Fragen

Carding ist eine kriminelle Aktivität, die den Diebstahl und die missbräuchliche Verwendung von Kreditkartendaten umfasst. Kriminelle verwenden automatisierte Software, um Tausende von Zahlenkombinationen zu generieren und zu testen. Dieser Prozess, bekannt als ‘BIN-Attacke’, konzentriert sich auf die ersten Ziffern der Karte (die Bank Identification Number), um dann die restlichen zu generieren und ihre Gültigkeit durch kleine Online-Transaktionen zu überprüfen.
Kriminelle raten nicht zufällig. Sie beginnen mit der BIN (Bank Identification Number), den ersten 6-8 Ziffern, die die Bank und den Kartentyp identifizieren. Anschließend generiert eine Software sequenziell die verbleibenden Nummern und berechnet die letzte Prüfziffer mit dem Luhn-Algorithmus. Diese Nummern werden dann massenhaft auf Websites getestet, um herauszufinden, welche aktiv und verwendbar sind.
Ja, das Risiko besteht unabhängig vom physischen Besitz der Karte. Carding- und BIN-Attacken finden vollständig online statt. Kriminelle müssen Ihre Karte nicht stehlen, sondern nur die Nummern, aus denen sie besteht, generieren und validieren, um dann betrügerische Einkäufe im Internet zu tätigen. Die physische Sicherheit der Karte schützt nicht vor dieser Art von digitalem Betrug.
Für einen wirksamen Schutz aktivieren Sie immer die Benachrichtigungsdienste per SMS oder App für jede Transaktion, um verdächtige Bewegungen sofort zu erkennen. Bevorzugen Sie für Online-Einkäufe die Verwendung von Prepaid- oder virtuellen ‘Einweg’-Karten. Überprüfen Sie häufig Ihren Kartenauszug und verwenden Sie einzigartige und komplexe Passwörter für Ihre Konten auf E-Commerce-Websites.
Wenn Sie verdächtige Abbuchungen auf Ihrem Kontoauszug bemerken, sollten Sie als Erstes sofort Ihre Bank oder den Kartenherausgeber kontaktieren, um die Karte sperren zu lassen. Anschließend fechten Sie die betrügerischen Transaktionen an und erstatten Anzeige bei der Kriminalpolizei. Schnelles Handeln ist entscheidend, um den Schaden zu begrenzen und die Verfahren für eine Rückerstattung einzuleiten.

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