Der Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz, Ola Källenius, hat in einer deutlichen Intervention die deutsche Arbeitsmentalität kritisiert und vor den gravierenden Folgen einer anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation gewarnt. In einem aktuellen Interview, das am Wochenende für großes Aufsehen in Wirtschaftskreisen sorgte, appellierte der Top-Manager an die Bundesbürger, die Ärmel hochzukrempeln. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Wenn Deutschland seinen Wohlstand halten will, führt kein Weg an einer Erhöhung des Arbeitsvolumens vorbei.
Die Aussagen des Mercedes-Chefs kommen zu einer Zeit, in der die deutsche Wirtschaft weiterhin mit strukturellen Problemen kämpft. Laut Källenius entwickelt sich das Land „wirtschaftlich seit etwa 10 bis 15 Jahren in eine falsche Richtung“. Diese Fehlentwicklung sei nicht nur ein ökonomisches Risiko, sondern berge auch sozialen Sprengstoff. Der Manager verknüpfte seine wirtschaftliche Analyse direkt mit einer politischen Warnung vor einem Erstarken populistischer Kräfte, sollten die Wohlstandsversprechen der Sozialen Marktwirtschaft nicht mehr eingelöst werden können.
Das Medienecho auf den Vorstoß ist gewaltig. Suchanfragen zu „Ola Källenius“ schossen in den letzten 24 Stunden in die Höhe, und führende Medien wie WELT, Ntv und BILD griffen die Thematik sofort auf. Die Debatte trifft einen Nerv, da sie die Diskussion um die 4-Tage-Woche und die sogenannte Work-Life-Balance, die die letzten Jahre prägte, nun mit der harten Realität des globalen Wettbewerbs konfrontiert.
Die Fußball-Metapher: Ein drastischer Vergleich
Um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, wählte Källenius im Gespräch mit dem Spiegel einen bildhaften Vergleich aus der Welt des Sports. Die aktuelle Einstellung in Deutschland wirke so, „als ob man vor einer Fußball-WM sagt, wir trainieren genug, obwohl alle anderen doppelt so viel trainieren“. Jeder wisse, dass man mit einer solchen Haltung nicht Weltmeister werden könne. Mit dieser Analogie zielt der Konzernlenker auf die Diskrepanz zwischen dem deutschen Anspruch, eine führende Wirtschaftsnation zu sein, und der tatsächlichen durchschnittlichen Jahresarbeitszeit, die im OECD-Vergleich eher am unteren Ende liegt.
Källenius betonte, dass die „einzigartige Produktivitätsmaschine“ Deutschland ins Stocken gerate, wenn nicht gegengesteuert werde. Zwar verteidigte er Teilzeitmodelle, wenn sie triftige Gründe wie Kindererziehung oder Pflege hätten – diese seien ein „wunderbares Instrument“, um Fachkräfte im Markt zu halten. Doch die generelle Tendenz zu weniger Arbeit bei vollem Lohnausgleich sei im internationalen Wettbewerb toxisch. „Wir Deutsche müssen insgesamt wieder mehr arbeiten“, so das klare Fazit des Managers.
Standortfaktoren unter Druck: Energie, Steuern und Arbeitskosten

Neben der Arbeitszeit nahm der Mercedes-Chef auch die politischen Rahmenbedingungen ins Visier. Deutschland habe „mit die höchsten Arbeitskosten der Welt“. In der Vergangenheit konnte dieser Nachteil oft durch exzellente Ingenieurskunst und hohe Produktivität ausgeglichen werden. Doch dieser Vorsprung schmilzt. Källenius fordert daher dringend Reformen bei den Standortfaktoren: „Wir müssen bei Energie, Steuern und Arbeitskosten wieder in eine Richtung gehen, dass sich Unternehmertum und Investitionen in Deutschland lohnen.“
Die Automobilindustrie, das Herzstück der deutschen Wirtschaft, befindet sich in einer historischen Transformation hin zur Elektromobilität und Digitalisierung. Wenn in dieser kritischen Phase die Rahmenbedingungen nicht stimmen, droht Kapital abzuwandern. Källenius warnte davor, dass Investitionen dorthin fließen, wo die Renditeaussichten besser und die Kostenstrukturen wettbewerbsfähiger sind. „Wir wollen keine asiatischen Verhältnisse in Deutschland“, stellte er klar, doch ohne eine Kurskorrektur drohe der schleichende Abstieg.
Politische Warnung vor dem „Rechtsruck“

Bemerkenswert an Källenius’ Einlassungen ist die Verknüpfung von Ökonomie und demokratischer Stabilität. Er warnte explizit davor, dass eine anhaltende wirtschaftliche Schwäche den Nährboden für Extremismus bereite. Wenn die Probleme nicht gelöst würden, „dann kommen die Populisten von rechts, die für nichts eine Lösung haben“, so Källenius laut Spiegel. Damit positioniert sich der CEO nicht nur als Wirtschaftsführer, sondern auch als mahnende Stimme in der gesellschaftspolitischen Debatte.
Diese Sorge ist nicht unbegründet. Historisch gesehen gehen hohe Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit oft mit politischer Radikalisierung einher. Für Unternehmen wie Mercedes-Benz, die global operieren und auf offene Märkte angewiesen sind, ist politische Stabilität und ein weltoffenes Image des Standorts Deutschland von essenzieller Bedeutung. Ein Abdriften nach rechts könnte Investoren abschrecken und den Fachkräftemangel durch eine sinkende Attraktivität für ausländische Talente weiter verschärfen.
Kurz gesagt (TL;DR)
Mercedes-Chef Ola Källenius appelliert eindringlich an die Bundesbürger, wieder mehr zu arbeiten, um den gefährdeten Wohlstand Deutschlands zu verteidigen.
Der Konzernlenker kritisiert die hohen Standortkosten und vergleicht die aktuelle deutsche Arbeitsmoral mit einer Fußballmannschaft, die zu wenig trainiert.
Källenius warnt zudem davor, dass anhaltende wirtschaftliche Probleme den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden und extremistischen Kräften Auftrieb geben könnten.
Fazit

Der Vorstoß von Ola Källenius ist mehr als nur die Klage eines Arbeitgebers über hohe Kosten; es ist ein Weckruf an Politik und Gesellschaft. Die Forderung, „wieder mehr zu arbeiten“, dürfte in der breiten Öffentlichkeit polarisieren, insbesondere vor dem Hintergrund der Diskussionen um neue Arbeitsmodelle. Doch die Fakten, die der Mercedes-Chef nennt – hohe Energiekosten, bürokratische Hürden und eine alternde Gesellschaft – sind real. Ob die Politik den Mut aufbringt, unpopuläre Reformen anzustoßen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Finanzen und der Industrie zu sichern, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Der „Wohlstand auf Pump“ oder durch bloßes Verwalten des Status quo scheint laut Källenius keine Option mehr für die Zukunft zu sein.
Häufig gestellte Fragen

Der Vorstandsvorsitzende sieht den deutschen Wohlstand durch eine zu geringe Arbeitsleistung im internationalen Vergleich gefährdet. Er warnt, dass sich Deutschland wirtschaftlich in eine falsche Richtung bewege und die aktuelle Einstellung zur Work-Life-Balance im globalen Wettbewerb toxisch sei. Um die Wettbewerbsfähigkeit und den Lebensstandard zu halten, sei eine Erhöhung des Arbeitsvolumens unumgänglich.
Källenius vergleicht die deutsche Arbeitsmentalität mit einer Fußballmannschaft, die glaubt, Weltmeister werden zu können, obwohl sie nur halb so viel trainiert wie die Konkurrenz. Dieses bildhafte Beispiel soll verdeutlichen, dass der Anspruch, eine führende Wirtschaftsnation zu sein, nicht mit den im OECD-Vergleich niedrigen Jahresarbeitszeiten zusammenpasst. Ohne mehr Einsatz drohe der wirtschaftliche Abstieg.
Der Manager warnt davor, dass eine anhaltende wirtschaftliche Stagnation den Nährboden für politische Extremisten bereitet. Wenn das Wohlstandsversprechen der Sozialen Marktwirtschaft nicht mehr eingelöst werden könne, würden populistische Kräfte von rechts erstarken. Er sieht wirtschaftlichen Erfolg somit als essenzielle Voraussetzung für die demokratische Stabilität in Deutschland.
Neben der Arbeitsmoral bemängelt Källenius vor allem die hohen Energiekosten, die Steuerlast und die weltweit fast höchsten Arbeitskosten. Er fordert von der Politik dringende Reformen, damit sich Investitionen und Unternehmertum in Deutschland wieder lohnen. Ohne diese Anpassungen drohe eine Abwanderung von Kapital in attraktivere Wirtschaftsregionen.
Källenius lehnt eine generelle Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, wie etwa die 4-Tage-Woche, strikt ab und hält sie für wettbewerbsschädlich. Teilzeitmodelle akzeptiert er jedoch, wenn sie dazu dienen, Fachkräfte trotz Kindererziehung oder Pflegeaufgaben im Markt zu halten. Sein Fokus liegt darauf, dass das Gesamtarbeitsvolumen der Nation nicht weiter sinken darf.




Fanden Sie diesen Artikel hilfreich? Gibt es ein anderes Thema, das Sie von mir behandelt sehen möchten?
Schreiben Sie es in die Kommentare unten! Ich lasse mich direkt von Ihren Vorschlägen inspirieren.