Kurz gesagt (TL;DR)
In diesem Leitfaden analysieren wir den grundlegenden Unterschied zwischen historischer und impliziter Volatilität und vertiefen die Rolle und Anwendung des VIX-Index, auch bekannt als „Angstindex“.
Wir werden die Rolle des VIX, bekannt als „Angstindex“, vertiefen, um die Marktstimmung zu messen und ihre Bewegungen zu antizipieren.
Schließlich konzentriert sich der Artikel auf den VIX, bekannt als „der Angstindex“, und erklärt, wie man ihn als Instrument zur Analyse der Marktstimmung und für Handelsstrategien nutzt.
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An den Finanzmärkten ist die Unsicherheit, wie im täglichen Leben, eine Konstante. Ob es sich um das unvorhersehbare Wetter eines mediterranen Frühlings oder um Börsenschwankungen handelt, das Verständnis des allgemeinen Nervositätsniveaus kann uns helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. In der Finanzwelt hat diese „Nervosität“ einen Namen: Volatilität. Es ist ein grundlegendes Konzept, das die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Preisänderungen eines Finanzinstruments misst. Sie zu unterscheiden und zu interpretieren zu lernen, ist der erste Schritt, um sich bewusster an den Märkten zu bewegen, sowohl für den Kleinanleger als auch für den erfahrenen Trader.
Es gibt zwei Hauptarten, die Volatilität zu betrachten: eine, die in die Vergangenheit blickt, und eine, die in die Zukunft schaut. Die historische Volatilität analysiert, wie sich die Preise bewegt haben, während die implizite Volatilität versucht vorherzusagen, wie sie sich bewegen werden. Im Mittelpunkt dieser zweiten Sichtweise steht ein Indikator, der auch außerhalb von Fachkreisen berühmt geworden ist: der VIX, vielen bekannt als der „Angstindex“. Dieses Instrument bietet zusammen mit seinem europäischen Pendant einen wertvollen Einblick in die Stimmung der Anleger und zeigt, wann die Angst die Oberhand gewinnt und wann stattdessen Ruhe herrscht.

Was ist Volatilität an den Finanzmärkten?
Die Volatilität ist eine statistische Kennzahl, die die Intensität der Preisschwankungen eines Wertpapiers oder eines Index über einen bestimmten Zeitraum beschreibt. Einfach ausgedrückt, sagt sie uns, wie schnell und stark sich der Wert einer Anlage ändern kann. Eine hohe Volatilität bedeutet, dass der Preis starken Schwankungen unterliegen kann, sowohl nach oben als auch nach unten, was die Anlage potenziell riskanter, aber auch rentabler macht. Im Gegensatz dazu deutet eine niedrige Volatilität auf moderatere Preisbewegungen und eine größere Stabilität hin. Denken Sie an den Unterschied zwischen der Aktie eines soliden Versorgungsunternehmens mit stabilen Renditen und der einer Technologie-Startup, deren Wert aufgrund einer einzigen Nachricht in die Höhe schnellen oder abstürzen kann.
Historische Volatilität: Ein Blick in die Vergangenheit, um die Gegenwart zu verstehen

Die historische Volatilität, auch realisierte Volatilität genannt, ist das Maß für Preisschwankungen, die bereits aufgetreten sind. Sie wird durch die Analyse der historischen Preisreihen eines Vermögenswerts berechnet, üblicherweise anhand der Standardabweichung der Renditen über einen bestimmten Zeitraum (z. B. 30, 60 oder 90 Tage). Dieser Indikator liefert uns ein objektives Bild des vergangenen Verhaltens eines Wertpapiers. Es ist, als würde man die Geschwindigkeitsaufzeichnungen eines Rennwagens analysieren, um seine bisherige Leistung zu verstehen: Es sagt uns, wie schnell und unbeständig er war, garantiert aber nicht, dass er sich im nächsten Rennen genauso verhalten wird. Obwohl sie nützlich ist, um das Risikoprofil eines Vermögenswerts zu verstehen, besteht ihre Hauptbeschränkung darin, dass sie vollständig auf vergangenen Daten beruht, die nicht immer ein zuverlässiger Vorbote für die Zukunft sind.
Implizite Volatilität: Die Zukunft mit Optionen vorhersagen
Im Gegensatz zu ihrem historischen Gegenstück ist die implizite Volatilität ein zukunftsgerichteter Indikator. Sie stellt die Markterwartung hinsichtlich der zukünftigen Volatilität eines Finanzinstruments für einen bestimmten Zeitraum dar. Dieser Wert basiert nicht auf vergangenen Preisen, sondern wird aus den aktuellen Preisen von Optionskontrakten auf diesen Vermögenswert „impliziert“ (abgeleitet). Optionen sind derivative Instrumente, die das Recht, aber nicht die Pflicht geben, einen Vermögenswert zu einem festgelegten Preis bis zu einem bestimmten Datum zu kaufen oder zu verkaufen. Ihr Preis wird von verschiedenen Variablen beeinflusst, einschließlich der erwarteten Volatilität. Wenn die Marktteilnehmer starke Schwankungen erwarten, sind sie bereit, mehr für Optionen zu bezahlen, was die implizite Volatilität in die Höhe treibt. Sie funktioniert wie ein Thermometer für das erwartete Risiko: Steigt sie an, erwartet der Markt Turbulenzen.
VIX: Der Angstindex einfach erklärt
Der CBOE Volatility Index, besser bekannt als VIX, ist der bekannteste Indikator für die implizite Volatilität. Er wurde 1993 von der Chicago Board Options Exchange (CBOE) geschaffen und misst die 30-Tage-Volatilitätserwartungen des US-Aktienmarktes, basierend auf den Preisen von Optionen auf den S&P 500 Index. Er wird auch „Angstindex“ genannt, weil er in Zeiten von finanziellem Stress und Unsicherheit tendenziell in die Höhe schnellt, wenn Anleger aus Angst vor Kursstürzen Optionen zur Absicherung ihrer Portfolios kaufen. Ein hoher VIX-Wert, in der Regel über 30 Punkte, signalisiert ein hohes Maß an Angst und Volatilität. Im Gegensatz dazu deutet ein niedriger VIX (unter 20) auf ein Klima der Stabilität und des Vertrauens unter den Anlegern hin.
Der VIX gibt nicht an, ob der Markt steigt oder fällt, sondern spiegelt wider, wie stark der Markt Preisänderungen erwartet, unabhängig von der Richtung. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem Indikator für die Bewegung, nicht für die Richtung.
Seine typischerweise umgekehrte Korrelation zur Entwicklung des Aktienmarktes (wenn der S&P 500 fällt, steigt der VIX und umgekehrt) macht ihn zu einem wertvollen Instrument nicht nur zur Messung der Stimmung, sondern auch für Absicherungsstrategien.
Der europäische Kontext: Der VSTOXX
Wenn der VIX das Angstbarometer für die Wall Street ist, hat Europa sein eigenes Äquivalent: den VSTOXX. Dieser Index, dessen offizieller Name EURO STOXX 50 Volatility Index lautet, misst die erwartete 30-Tage-Volatilität des EURO STOXX 50 Index, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone umfasst. Seine Funktionsweise ist völlig analog zu der des VIX: Er basiert auf den Preisen von Optionen auf den Referenzindex und gilt als zuverlässiger Indikator für die Risikoaversion am europäischen Markt. Für einen italienischen oder europäischen Anleger ist der VSTOXX oft ein relevanterer Indikator als der VIX, da er die spezifischen Dynamiken und Sorgen des alten Kontinents genauer widerspiegelt. Während der Pandemiekrise 2020 erreichten beispielsweise sowohl der VIX als auch der VSTOXX historische Höchststände und signalisierten die weltweit grassierende Panik.
Tradition und Innovation: Wie man Volatilität nutzt
Der Umgang mit Volatilität spiegelt den Dualismus zwischen Tradition und Innovation in der Welt der Geldanlage wider. Der traditionelle Anleger, der oft in einer Sparkultur wie der mediterranen aufgewachsen ist, neigt dazu, Volatilität hauptsächlich als ein zu vermeidendes Risiko wahrzunehmen. Das Ziel ist der Aufbau eines modernen Portfolios jenseits von Aktien und Anleihen, das solide und diversifiziert ist, um Turbulenzen standzuhalten. Aus dieser Perspektive ist ein steigender VIX ein Alarmsignal, das zur Vorsicht mahnt.
Der innovative Ansatz hingegen sieht die Volatilität auch als eine Chance. Moderne Trader nehmen sie nicht nur hin, sondern nutzen sie aktiv. Dank derivativer Instrumente wie Futures und Optionen auf den VIX ist es möglich, anspruchsvolle Strategien umzusetzen. Ein Anleger, der einen Marktzusammenbruch befürchtet, kann beispielsweise VIX-Futures als eine Form der Absicherung kaufen: Wenn sich seine Befürchtungen bewahrheiten und die Börsen fallen, wird der VIX steigen, und die Gewinne aus den Futures können einen Teil der Aktienverluste ausgleichen. Andere können den Optionshandel nutzen, um direkt auf den Anstieg oder Rückgang der Angst selbst zu spekulieren.
Fazit

Den Unterschied zwischen historischer und impliziter Volatilität zu verstehen, ist für jeden, der sich den Finanzmärkten nähert, von grundlegender Bedeutung. Erstere bietet uns eine Lektion aus der Vergangenheit, indem sie das gewesene Risiko misst; letztere, verkörpert durch Indizes wie den VIX und den VSTOXX, liefert uns eine wertvolle Vorschau auf die Zukunft, indem sie die von den Marktteilnehmern wahrgenommene Angst und Unsicherheit misst. Diese „Angstindizes“ sind keine einfachen Zahlen für Insider, sondern leistungsstarke Barometer für die Marktstimmung. Ob man sich für einen traditionellen Ansatz entscheidet, der auf den Schutz des eigenen Kapitals abzielt, oder für einen innovativeren, der die Volatilität als Chance für den algorithmischen Handel nutzt, das Bewusstsein für diese Dynamiken ist der erste Schritt zu einer reiferen und informierteren Geldanlage. In einer immer komplexeren und vernetzteren Finanzwelt ist das Erlernen, die „Angst zu lesen“, eine entscheidende Fähigkeit, um erfolgreich durch die manchmal unruhigen Gewässer der Geldanlage zu navigieren.
Häufig gestellte Fragen

Was genau misst der VIX-Index?
Der VIX-Index, Akronym für Volatility Index, misst die vom Markt erwartete implizite Volatilität für die nächsten 30 Tage. Konkret basiert er auf den Preisen eines breiten Korbs von Call- und Put-Optionen auf den S&P 500 Index, den wichtigsten US-Aktienindex. Er misst nicht die vergangene (historische) Volatilität, sondern die zukünftigen Erwartungen der Anleger: Ein hoher Wert deutet darauf hin, dass der Markt starke Preisschwankungen erwartet, während ein niedriger Wert eine Phase der Stabilität nahelegt.
Warum wird der VIX als „Angstindex“ bezeichnet?
Der VIX wird aufgrund seiner typischerweise umgekehrten Korrelation zur Entwicklung des Aktienmarktes als „Angstindex“ bezeichnet. Im Allgemeinen neigt der VIX dazu, deutlich anzusteigen, wenn die Märkte stark fallen und sich Panik unter den Anlegern ausbreitet. Dies geschieht, weil Anleger, um sich vor weiteren Kursverlusten zu schützen, Put-Optionen kaufen, was deren Preis und folglich die vom VIX gemessene implizite Volatilität erhöht. Daher fungiert der Index als Barometer für das am Markt vorhandene Maß an Angst und Stress.
Gibt es einen dem VIX ähnlichen Index für den europäischen Markt?
Ja, das europäische Äquivalent zum VIX ist der VSTOXX-Index (EURO STOXX 50 Volatility Index). Dieser Index misst die erwartete 30-Tage-Volatilität des Aktienmarktes der Eurozone, basierend auf den Preisen von Optionen auf den EURO STOXX 50 Index, der die 50 größten europäischen Unternehmen umfasst. Er funktioniert analog zum VIX und ist ein Schlüsselindikator zur Bewertung der Stimmung und Risikoaversion von Anlegern im europäischen Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Der VIX-Index, auch bekannt als ‚Angstindex‘, ist ein Indikator, der die Volatilitätserwartungen des US-Aktienmarktes für die nächsten 30 Tage misst. In der Praxis misst er nicht vergangene Kurse, sondern versucht, die zukünftige Instabilität auf der Grundlage der Optionspreise des S&P 500-Index vorherzusagen. Ein hoher VIX-Wert deutet darauf hin, dass Anleger große Schwankungen und Unsicherheit erwarten, während ein niedriger Wert eine Phase größerer Stabilität anzeigt.
Die historische Volatilität analysiert die Vergangenheit: Sie ist ein Maß dafür, wie stark die Kurse eines Vermögenswerts in einem bestimmten vergangenen Zeitraum geschwankt haben, und wird anhand realer Daten berechnet. Die implizite Volatilität hingegen blickt in die Zukunft: Sie ist eine Schätzung der Instabilität, die der Markt erwartet, abgeleitet aus den aktuellen Optionspreisen. Während erstere eine Tatsache ist, ist letztere eine Erwartung, ein Indikator für die Stimmung der Anleger.
Der VIX wird als ‚Angstindex‘ bezeichnet, weil er tendenziell stark ansteigt, wenn Panik oder Unsicherheit an den Märkten herrscht. Dies geschieht, weil Anleger in Stressphasen Optionen kaufen, um ihre Portfolios abzusichern, was deren Preis in die Höhe treibt. Da der VIX genau auf diesen Preisen basiert, spiegelt ein Anstieg eine größere Angst und Risikoaversion unter den Marktteilnehmern wider.
Es ist nicht möglich, den VIX-Index direkt wie eine Aktie zu kaufen. Anleger können jedoch die Volatilität über derivative Finanzinstrumente handeln, die auf dem VIX basieren, wie Futures, Optionen und Hebelprodukte (ETFs/ETNs). Diese Instrumente ermöglichen es, auf einen Anstieg oder Rückgang der Volatilität zu spekulieren oder den VIX als Absicherung gegen Verluste in einem Aktienportfolio zu nutzen.
Ja, das europäische Äquivalent zum VIX heißt VSTOXX (EURO STOXX 50 Volatility Index). Dieser Index misst die erwartete 30-Tage-Volatilität auf Basis der Optionen auf den EURO STOXX 50 Index, der die 50 größten Unternehmen der Eurozone zusammenfasst. Ähnlich wie der VIX ist der VSTOXX ein wichtiger Indikator für die Stimmung und das von den Anlegern wahrgenommene Stressniveau am europäischen Aktienmarkt.

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